Konzert in Schloss Schwaig Oktober 2011 PDF Drucken E-Mail

Junge Künstler – ganz groß

Eine große Schar junger Künstler – allesamt mit offenkundig großer Begabung – führte ein zahlreiches Publikum im Schwaiger
Schloss auf eine musikalische Reise durch die Welt der „klassischen“ Musik, vom Barock über Klassik und Romantik bis zur Moderne. Mit dem Konzert im Rahmen von „Jugend musiziert“ wurde auch das neue Schwaiger Kulturprogramm eröffnet, wie Bürgermeisterin Ruth Thurner als Hausherrin bei ihrer Begrüßung erklärte.

 


 

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Die ihre Instrumente schon so meisterhaft beherrschen, sind „Schützlinge“ des „Fördervereins für musikalische Jugendliche“, der aus Anlass des 25 jährigen Jubiläums seines erfolgreichen Wirkens für junge musikalisch Begabte dieses Konzert initiierte. Podium- und Konzerterfahrungen zu sammeln, wie in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula des Schwaiger Schlosses, hält Dagmar Groth, die 1. Vorsitzende des Fördervereins (www.fv-musik.de) als sehr wichtig für die teils noch recht jungen Talente, weil förderlich für ihre Motivation – und Gelassenheit. Das Aufgabenfeld des Vereins ist vielfältig, wie D. Groth es umreißt, im wesentlichen Basisarbeit, publikumswirksame Auftritte sind eher die krönende Ausnahme. In einer Zeit, in der sie die Priorität von Kunst und Musik zurückgedrängt sieht und auch zunehmend finanzielle Mittel in Familien mit musikfreudigen jungen Menschen fehlen, sieht sie dringenden Bedarf neben institutioneller auch an ehrenamtlicher Förderung und Unterstützung musikalischer Jugendlicher (Instrumente, Notenmaterial, Unterricht), durch Schaffung von Kontakten und von Möglichkeiten zu Konzertauftritten.

So wie beim gelungenen Auftritt im Schwaiger Schloss: Was die jungen bis sehr jungen Talente aus Mittelfranken und Umgebung – ein „kleines Genie“, im Frack, kam sogar bis aus Frankfurt – boten, war beachtlich. Nicht nur, dass sie ihr Instrument, vor oder hinter dem sie sich manchmal noch recht klein ausmachten, oder auch die eigene Stimme sicher bis meisterhaft virtuos beherrschten, fast immer gelang ihnen, Instrument und Musikstück auch Ausdruckskraft zu geben.

Sehr erfreulich daher die gelungene Verbindung von – bei schwieriger Vorlage – exaktem und zugleich ausdrucksstarkem Spiel der Barockmeister: von J.S.Bach (Klavier / u.a. das bekannte fulminante „Italienische Konzert“ BWV 971) und dessen Zeitgenossen G.F.Händel (Cello+Violine / Passacaglia), D.Scarlatti (Akkordeon / Sonata) und J.M.Leclair (2 Violinen / Sonate Nr.5). Noch wichtiger fast ist eine gelingende Verbindung von Vorlage und Ausdruckskraft bei den „Romantikern“: darunter E.Grieg (Klavier / Notturno op.54), J.Klengel (Cello+Klavier / Gavotte op.13), F.Liszt (Klavier / Waldesrauschen), L.Spohr (2Violinen / Duo op.67) und E.Kronke (2 Violinen+Klavier / Deux papillons op.165)

Beachtlich auch, wie die jungen Künstler die – zumindest vom Zuhörer gefühlten – schwierigen, mitunter disharmonischen Stücke „moderner“ Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts meisterten: etwa D.Blackwell (Cello+Klavier / Joker in the pack), M.Tajcevic (Klavier / Balkanischer Tanz), M.Arnold (Klarinette+Klavier / Sonatina), L.Kayser (Confetti für Akkordeon) und G.Cassado mit der äußerst virtuosen Suite für Cello solo.

Verheißungsvoller Sänger(in)nachwuchs fehlte nicht: unter Klavierbegleitung erklangen - mit kräftigem Sopran und fast immer auch treffsicher intoniert – zwei Arien: von A.Lortzing die Arie der Marie (aus: Der Waffenschmied) und von C.Zeller die Evergreen-Arie der Christel von der Post (aus: Der Vogelhändler).

Ein sehr umfangreiches und vielfältiges Programm war es, das die jungen Musiktalente meisterhaft absolvierten. Gemäß der Intention des Fördervereins: Motivation der „Geförderten“ und Genuss der Zuhörenden. Beides dürfte gelungen sein, hörbar waren jedenfalls Begeisterung und Dank des Publikums, welches alle nochmals angetretenen jungen Künstler mit langem Beifall bedachte und sie bis zum nächsten Jahr an gleicher Stelle verabschiedete.

Wie wahr doch die Philosophie des Fördervereins, zugleich Eigenmotivation für sein Engagement: Musik kann ein Leben lang bereichernd und helfend, erfreuend und begeisternd begleiten und wirken.


Text und Fotos:
Hermann Hatzelmann

 


Hier einige Bildimpressionen des Konzertes vom 2. Oktober 2011.


 

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 Eine Bilderliste in höherer Auflösung finden Sie unter folgender Bildergalerie.

Der Zeitungsbericht vom 06.10.2011 ist hier zu finden.


 

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